Führung gestalten

Der Beschleunigung, der Digitalisierung und agilen Methoden zum Trotz: Mensch bleibt Mensch. Muss sich deshalb das Verständnis von Führung ändern?

In der Vergangenheit wählten Unternehmen ihren Führungsnachwuchs häufig unter Leistungsträgern in Fachlaufbahnen aus, weil sie glaubten: Wer sich fachlich qualifiziert hat, wird wohl auch ein guter Entscheider sein. Im Management erleben Mitarbeiter ihre Führungskräfte meist in Mischrollen:

Klassische Führungsrollen sind passé

  • Der Verwalter ist bestrebt, den Status Quo zu konservieren. Daher zeigt er Tugenden wie Ordnungsliebe und Verlässlichkeit, Gründlichkeit und Fleiß. Früher nannte man ihn Verweser. Der Begriff lebt heute noch etwa im Wort Personalwesen weiter.
  • Der Manager optimiert seinen Verantwortungsbereich nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten, denn er organisiert und führt todo-Listen. Er macht Pläne, delegiert Aufgaben und überwacht den Arbeitsfortschritt. Er achtet auf Termine, Kosten und Qualität. Im Fokus stehen also die Sache und das Ziel.
  • Die Führungskraft handelt mit den Beschäftigten im Fokus. Sie fordert und fördert sie, achtet auf ihre Bedürfnisse und nimmt ihre Befindlichkeiten ernst. Mit gutem Beispiel geht sie voran und holt sich Feedback ein. Sie ist bestrebt, sich selbst und andere zu entwickeln.

Zunehmend starke Veränderungen prägen die Arbeitswelt. Damit verändert sich auch das Bild von Führung:

  • Arbeitsverdichtung, wachsender Zeitdruck und räumliche Distanz engen das Gestalten von Führungsbeziehungen ein.
  • Viele Führungskräfte verlieren im Zuge der Digitalisierung ihren Expertenstatus. Ihr Erfahrungsvorsprung bedeutet nicht mehr, „es besser zu wissen“. Daher verlieren sie schrittweise ihre Entscheider-Rolle.
  • Die wachsende Komplexität bringt Führungskräfte in unsichere oder nicht kontrollierbare Situationen. Macht auszuüben verliert an Bedeutung.

Hinzu kommt ein wachsender Wettbewerb zwischen Unternehmen. Disruptive Geschäftsmodelle bedrohen Unternehmen. Weil der Arbeitsmarkt gesättigt ist, bremst er das Wachstum. Dies erschwert auch das Finden und Binden von Leistungsträgern.

Ein neues Bild von Führung entsteht

So entsteht ein neues Bild von Führung, denn Führungskräfte müssen zukünftig …

  • Werte leben, damit sie das Vertrauen der Beschäftigten ins Unternehmen erhalten. Dadurch können sie auch junge, wählerische Arbeitskräfte für das Unternehmen interessieren;
  • individuell führen, damit ihre Mitarbeiter Wertschätzung erfahren – vier Führungsstile zu leben greift zu kurz;
  • den Sinn des Unternehmenszwecks, von Produkten und Prozessen vermitteln, denn das erhöht die Identifikation der Beschäftigten;
  • die Leistungsfreude ihrer Mitarbeiter steigern, indem sie ein für sie passendes Arbeitsumfeld schaffen. Dadurch binden sie sie mehr ans Unternehmen;
  • Fähigkeiten und Sensitivitäten entwickeln, mit Kontrollverlust umzugehen, und unentscheidbare Situationen auszuhalten;
  • interdisziplinäre Team-Kompetenzen zum Manövrieren in komplexen Situationen nutzen können.

Vier Führungsstile greifen zu kurz

Somit werden zwei Haltungen die Führung von morgen prägen: Dienstleister für Mitarbeiter, Prozesse und Projekte sein, und konsequente Kundenfokussierung leben. Deshalb weisen Anforderungen wie „Enabler sein“, „Prozesse moderieren können“ oder „Komplexitätskompetenz“ den Weg. Mitarbeiter wünschen sich Glaubwürdigkeit durch Führung auf Augenhöhe. Außerdem suchen sie einen Arbeitsrahmen für eine gesunde Leistungsentfaltung. Daher werden zukünftig Führungseigenschaften wie emotionale Kompetenz, Empathie oder Reflexionsfähigkeit mehr gefragt sein.

Wir von ilea begleiten Führungskräfte einzeln und als Führungsteams auf dem Weg, ihr Verständnis von Führung zu entwickeln. Sind Sie daran interessiert? Dann rufen Sie uns an unter 0711-3513728 , oder schreiben Sie uns eine E-Mail.