Kennen Sie das? Business-Konzepte wie Agilität, Leadership oder auch Empowerment leiden unter ziemlicher Unschärfe. Sie dienen als Sammelbecken für zahlreiche Interpretationen sowie Trainings- und Beratungsansätze, unter denen jeder das ins Spiel bringt, was er gut kann. So ist etwa Empowerment noch lange kein systematisches Empowerment. Der eigentliche Treiber ist die wachsende Komplexität und damit die wachsende Erkenntnis, dass etablierte Strukturen, Prozesse und Konzepte nicht mehr taugen.

Die Folge ist ein Orientierungsverlust, der zu Ratlosigkeit (wer gibt sie schon zu?), oder – als Verdrängung – zu operativer Geschäftigkeit führt. Komplexe Prozesse aber können Sie nicht mit einfachen Rezepten verbessern. Das bedeutet, auf Teams und Menschen übertragen: Berücksichtigen Sie die Individualität der Beteiligten, statt alle mit derselben Methode oder demselben Anreizsystem beglücken zu wollen. Aus diesem Grund bieten wir systematisches Empowerment an.

Systematisches Empowerment berücksichtigt die Individualität

Hier ein paar Beispiele aus unserer Erfahrung: Alle wollen agiler werden. Wenn Sie Führungskräfte nach dem Begriff fragen, der ihrer Meinung nach Agilität am besten beschreibt, unde Sie dann fragen, was für sie das Gegenteil zu diesem Begriff ist, dann entstehen zwei „Pole“. Das Erstaunliche: Auf die Bitte, sich zwischen diesen beiden Polen zu positionieren, meiden sie beide Pole. Agilität scheint persönlich gar nicht so erstrebenswert. Im Wort Agilität schwingt eine Aufwertung von Flexibilität mit, was nicht jedermanns Sache ist und Menschen mit einem stärkeren Strukturbedürfnis tendenziell abwertet.

Ähnlich verhält es sich bei der KANBAN-Methode, die eine hohe Disziplin voraussetzt, die aber die nicht so Strukturierten überfordert, zumindest nicht mitnimmt. Unter Servant Leadership wird ein eine Führungsrolle verkauft, die zu vielen Führungskräften einfach nicht passt: Wer gerne Einfluss nimmt, also ein ausgeprägtes Machtmotiv hat, zu dem passt einfach keine dienende Führungsrolle. Schließlich die Werteorientierung als Versuch, kollektive Team- oder Unternehmenswerte zu finden, mit denen sich alle identifizieren. Offenbar wissen viele Führungskräfte nicht, wie vielfältig das Wertespektrum in ihrer Belegschaft ist, und dass Werte verschiedener Mitarbeiter diametral zueinander stehen können. BOSCH etwa hat u. a. Courage zum Unternehmenswert erhoben. Wie will BOSCH damit seine risikoscheuen Beschäftigten empowern?

Empowerment setzt Energie frei

Sie erkennen also: Systematisches Empowerment ist individuelles Empowerment. Empowerment bedeutet das Freisetzen der Energie, also der individuellen Motivation der Beschäftigten. Die Motivationspsychologie kennt anderthalb Dutzend Grundmotive. Sie sind uns allen gemeinsam, aber individuell unterschiedlich ausgeprägt. Ihre Trennschärfe liefert eine belastbare und auch in Zukunft stabile Beschreibung der emotionalen Antriebsstruktur. Hinzu kommt, dass eine Motivausprägung immer zwischen zwei Polen dargestellt wird, die gleichwertig und komplementär sind. Schließlich enthalten insbesondere starke Motivausprägungen starke emotionale Wertungen. Motive speisen also das Wertesystem eines Menschen.

Systematisches Empowerment in 7 Schritten

Damit können wir Ihnen einen systematischen Weg zur Stärkung Ihrer Teams und Ihrer Beschäftigten anbieten. Voraussetzung ist Ihre Bereitschaft, anders zu denken und gewohnte HR-Bahnen zu verlassen.

(1) Schaffen Sie ein gemeinsames Verständnis davon, was Menschen antreibt. Entwickeln Sie ein Gefühl für die Grundmotive und, wie Sie sie erkennen und unterscheiden können.

(2) Lernen Sie, die komplementäre Qualität der Grundmotive zu verstehen. Jeder hat beide Polqualitäten aller Grundmotive in sich, in einer individuellen Mischung. Beim Empowerment gibt es kein gut, kein schlecht.

(3) Verstehen Sie damit besser die Unterschiedlichkeit Ihrer Beschäftigten: Was sie bewegt, und welche Auswirkungen das hat.

(4) Erkennen Sie, dass das Freisetzen der motivationalen Energie Ihrer Beschäftigten eine Menge mit ihrem Arbeitsumfeld zu tun hat – verändern Sie nicht die Mitarbeiter, sondern ihren Job! Wenn Sie den Person-Job-Fit emotional-motivational gestalten, dann gewinnen Sie ein neues Verständnis von Recruiting, „Personal“- Entwicklung und Mitarbeiterbindung.

(5) In starken Motivausprägungen stecken meist blinde Flecken für Andersartigkeit. Wenden Sie daher systematisches Empowerment an, um mit Unterschiedlichkeit besser zurecht zu kommen.

(6) Setzen Sie Empowerment auch im Konfliktmanagement und beim Gestalten Ihrer Führungsbeziehungen ein, denn Konflikte sind emotionaler Natur, und mit dem Empowerment-Konzept erhalten Sie einen Schlüssel zu tragfähigen Konfliktlösungen.

(7) Beschäftigte leisten gerne, wenn sie ihre Motivation und die damit verbundenen Werte möglichst ungehindert ausleben können. Systematisches Empowerment umfasst, sozusagen als Krönung, auch den „Sinnkompass“, der die persönlich wichtigsten Grundmotive herausarbeitet.

Deshalb engagieren wir uns für systematisches Empowerment: Ein strukturiertes, energetisch-motivationales Konzept, das gleichzeitig die menschliche Individualität achtet.

Über den Autor

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Michael Schwartz leitet das Institut für integrale Lebens-und Arbeitspraxis (ilea) in Esslingen. Der Diplom-Physiker arbeitete vor seiner Beratertätigkeit zwei Jahrzehnte als Führungskraft und Projektmanager in der Software-Industrie. Weitere Informationen über Michael Schwartz